Restaurierung

Das Ziel einer Restaurierung ist es, die ästhetischen und historischen Werte zu erhalten und aufzudecken. Sie gründet sich auf die Respektierung des alten Originalbestands und auf authentischen Urkunden. Sie findet dort ihre Grenze, wo die Hypothese beginnt.

Charta von Venedig, Artikel 9

Die Restaurierung setzt in den meisten Fällen eine vorangegangene Konservierung voraus. Restauratorische Maßnahmen gehen über das reine „Bewahren“ des vorgefundenen Zustandes hinaus und beinhalten häufig Maßnahmen, welche die Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes und der Ablesbarkeit zum Ziel haben. Zu solcherlei Maßnahmen zählt zum Beispiel die Fehlstellenbehandlung in Form von Rekonstruktionen, Kittungen und Retusche, aber auch die Entfernung von entstellenden Zutaten zum Beispiel aus vorangegangenen Restaurierungen.

Restaurieren bedeutet nicht „wieder neu machen“. Vielmehr besteht der Wunsch nach einer gleichgewichtigen Wirkung von Historie und Ästhetik, weswegen nach heutigen Gesichtspunkten Spuren von Gebrauch und Alterung bis zu einem gewissen Grad als Teil der Geschichte des Kunstwerkes zu respektieren sind. Die Reversibilität aller durchzuführenden Maßnahmen ist von hoher Wichtigkeit.

Skulptur mit Fehlstellen vor der Restaurierung
Fehlstellenbehandlung an einer Skulptur. Ausbrüche der Fassung wurden im ersten Arbeitsschritt gekittet.
Skulptur nach der Restaurierung
Im zweiten Arbeitsschritt erfolgte die farbliche Angleichung durch Retusche.
Gemälde einer Frau vor der Restaurierung
Reduzierung einer alten, unstimmigen Kittung und Retusche an der Nase sowie Abnahme des vergilbten Firnis.
Restauriertes Gemälde einer Frau
Nach der Verbesserung der Kittung und Fertigstellung der Kittung wurde ein neuer Firnis aufgetragen.